Otto Gittinger (1861-1939)

War der erste ständige Pfarrer in Mitteltal. Der Handwerkerssohn aus Lauffen am Neckar studierte in Tübingen Theologie. 1889 wurde er als Pfarrer in Mitteltal eingesetzt.

Gittinger lebte sich schnell in Mitteltal ein. Seine besondere Begabung war die Mundartdichtung, die ihn weit über das Murgtal hinaus bekannt gemacht hat. Die "weiche, singende, noch unverfälschte und in ihrem Sprachschatz mannigfalitige, reiche Mundart der Baiersbronner" hatte es ihm angetan. Bald enstanden erste Gedichte über Land und Leute, humorvoll, treffend und witzig.

Leider verstanden nicht alle Mitteltaler Gittingers Humor. Es kam zu Verstimmungen. Gittinger musste die Pfarrstelle wechseln und meldete sich nach Hohenstauffen.

Seine Gedichtbände "So semmer Leut", "Schwobaleut", "Von dem und sellem", sowie sein Bändchen über den Mitteltaler Schulmeister Pfefferle machten Gittinger weit über den Schwarzwald hinaus bekannt.

Die Krönung seines Lebens war für ihn die Übersetzung des Neuen Testaments im Schwäbisch des Oberen Murgtals. Allerdings wurde davon nur der erste Petrusbrief veröffentlicht.

Otto Gittinger starb 1939 in Schwäbisch Gmünd und wurde in seinem Geburtsort beigesetzt.

(Aus der Einleitung zu "So semmer Leut", Niethammerverlag Mitteltal) Weiterführende Informationen: Otto Gittinger

Gedichte von Otto Gittinger