Pfarrer, Mesner und Organisten in Mitteltal

Die Evangelische Kirche in Mitteltal wurde vor 125 Jahren erbaut. Vor dieser Zeit war Mitteltal ein Filial von Baiersbronn und wurde von den Pfarrern von dort aus versehen.

Vom ersten reformatorischen Pfarrer in Baiersbronn – Konrad Beer, 1533 bis 1551 bis zum letzten Baiersbronner Pfarrer, der für Mitteltal zuständig war – Karl Theodor Pfeilsticker, 1843 bis 1871 – sind es 27 Pfarrer. Aus der Zeit vor der Reformation sind uns sechs Kaplane bekannt.

In Mitteltal wirkten bis zur Gegenwart sieben Pfarrer, daneben eine ganze Reihe Parochialvikare, Pfarrverweser oder Pfarrvikare, deren Namen wir gar nicht alle aufzählen können. Neben den Pfarrern wirkten die Organisten und die Mesner.

In der ersten Zeit nach dem Kirchenbau wurde Mitteltal noch von Baiersbronn aus versorgt. Dann wirkte als erster geistlicher Parochialvikar Wilhelm Hummel, von Oktober 1871 bis Juli 1873. Nach ihm kamen mehrere Pfarrverweser, u.a. von 1880 bis 1883 Pfarrverweser Karl Heinrich Reichert, einigen Mitteltaler Gemeindegliedern vom Namen her noch bekannt.

Seit dem 2. Dezember 1885 war Georg Otto Gittinger auf der Pfarrstelle Mitteltal, zunächst als Pfarrverweser, seit 1889 als Pfarrer. Im selben Jahr hat er auch geheiratet. Pfarrer Otto Gittinger verlässt im November 1898 Mitteltal.

Pfarrer Eugen Reiff ist sein Nachfolger. Im November 1899 ist er aufgezogen. Er ist 30 Jahre lang Pfarrer in Mitteltal, bis Oktober 1929. Sein Grab befindet sich auf dem Mitteltaler Friedhof.

Von November 1929 bis März 1936 ist Pfarrer Ernst Giesser in Mitteltal. In seiner letzten Mitteltaler Zeit war er erkrankt. Verschiedene Vikare halfen aus: Rieber, Schmid, Spellenberg, Lindenmaier, Schempp u.a. auch Vikar Paul Bös im Jahr 1936.

Ab September 1936 ist Pfarrer Theo Eberle in Mitteltal. Er versieht die Pfarrstelle während des zweiten Weltkriegs.
Gleichzeitig beginnt auch Walter Ellwanger seinen Dienst als Vikar in Mitteltal. Er hält seine berühmte Predigt gegen die Machthaber des 3. Reiches am Palmsonntag, 21. März 1937, in Mitteltal und Obertal. Er wurde daraufhin in Schutzhaft genommen. 1943 fiel er in Jugoslawien. Pfarrer Eberle wirkte bis zum Januar 1950. Er verstarb 1958 in Tailfingen und wurde ebenfalls in Mitteltal begraben.
Sein Nachfolger wurde der schon bekannte Pfarrer Paul Bös. Dazwischen hat Vikar Hans Oehler den Dienst versehen. Pfarrer Bös war von Mai 1950 bis Oktober 1961 in Mitteltal. Er lebte als Ruheständler in Fellbach.

In der folgenden Vakatur haben u.a. Pfarrer i.R. Otto Kellner und Vikar Gottfried Böhringer (Oktober 1960 bis Oktober 1964) ausgeholfen. Im Mai 1962 hat Pfarrer Fritz Winter seinen Dienst angetreten. Er wirkte in Mitteltal bis zum Oktober 1984. In seine Amtszeit fiel die grundlegende Innenrenovierung der Kirche im Jahr 1964/65 sowie die Planung und der Neubau des evang. Gemeindehauses im Jahr 1984/85. Er verstarb im November 1985.

Von April 1985 bis Juli 1990 ist Pfarrer Ulrich Wößner in Mitteltal. Danach versieht Pfarrvikar Rolf Sons den Dienst von September 1990 bis Juli 1991. Ab September 1991 bis November 2006 war Pfarrer Robert Helwig im Dienst. Seit September 2007 ist Pfarrer Wolfgang Sönning für Mitteltal zuständig.Im August 2020 wurde er aus der Gemeinde verabschiedet.

Organisten und Mesner

Die Zahl der Mesner und Organisten ist nicht ganz so groß wie die der Pfarrer und Vikare. Vor der Jahrhundertwende wird als Lehrermesner genannt: Schullehrer Pfefferle. Leider fehlen genaue Angaben über Anfang und Ende seines Dienstes. Ihm zur Seite steht der Hilfsmesner Johann Georg Fahrner. Um das Jahr 1900 wird als Lehrermesner Schullehrer Bruckmacher genannt. Von 1902 bis 1926 versieht Schuhmacher Wilhelm Finkbeiner das Mesneramt. Sein Nachfolger ist dessen Sohn Wilhelm, - 1926-1935. Als er stirbt, übernimmt seine Ehefrau Pauline Finkbeiner das Amt, - 1935 bis 1949. Von 1949 bis Juli 1986 war Frau Anna Albrecht Mesnerin. Seit dem 1. Juli 1986 ist es Frau Doris Finkbeiner.

In den ersten Jahren nach dem Kirchenbau ist Wilhelm Treu Organist in Mitteltal. In den Jahren nach der Jahrhundertwende sind es Hilfslehrer Weiß (1908), Oberlehrer Friedrich Fehrle (1912), Karl Zillert (1916).

Danach ist lange Jahre tätig Rektor Eugen Heubach. Ihm zur Seite steht seit ca. 1920 Schwester Rikele Braun. Zunächst als Hilfsorganistin, später übernimmt sie den Organistendienst ganz. Daneben leitete sie den Frauenchor und ist in der Jugendarbeit tätig. Ab 1949 war Hans Gaiser unser Organist.

Frau Hanna Schmehl, die noch heute unsere Organistin ist, war schon aushilfsweise tätig und ist seit 1985 ständig bei der Kirchengemeinde angestellt.